Stauraum unterm Bett: Schubladen, Boxen oder Bettkasten sinnvoll planen
Warum Stauraum unterm Bett in deutschen Schlafzimmern so wichtig ist
In vielen deutschen Wohnungen ist das Schlafzimmer klein: 10 bis 14 Quadratmeter sind eher die Regel als die Ausnahme. Ein großer Kleiderschrank passt zwar noch hinein, aber für Bettwäsche, saisonale Kleidung, Koffer oder Sportausrüstung wird es schnell eng.
Der Platz unterm Bett ist fast immer vorhanden, aber oft schlecht nutzbar: zu niedrig, verstaubt, keine Struktur. Mit einer durchdachten Lösung holst du hier leicht 0,5 bis 1,5 Quadratmeter Stauraum heraus - ohne das Zimmer vollzustellen.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Varianten es gibt, worauf du bei Maßen, Materialien und Alltagstauglichkeit achten solltest und wie du mit realistischen Budgets planen kannst.
- Schlafzimmer kleiner als 15 m2? (Ja/Nein)
- Kein separater Abstellraum oder Dachboden vorhanden? (Ja/Nein)
- Unter dem Bett aktuell Staubfänger statt System? (Ja/Nein)
- Mindestens 20 cm freie Höhe unter dem Bett vorhanden oder planbar? (Ja/Nein)
- Bereit, beim Putzen Bett minimal zu verschieben oder Fronten zu öffnen? (Ja/Nein)
- Brauchst du Stauraum vor allem für selten genutzte Dinge (z.B. Winterdecken)? (Ja/Nein)
- Ist das Bett frei zugänglich mindestens an einer Längsseite? (Ja/Nein)
Wenn du mindestens viermal „Ja“ angekreuzt hast, lohnt sich eine Stauraumlösung unterm Bett in der Regel sehr.

Grundlagen: Maße, Zugänglichkeit und was du wirklich lagern solltest
Bevor du über Produkte nachdenkst, kläre die Basics. Viele Fehlkäufe entstehen, weil das Bett zu niedrig ist oder der Zugang blockiert wird.
Wichtige Maße unter dem Bett
Miss zuerst die tatsächliche, freie Höhe und Breite:
- Freie Höhe: Vom Boden bis zur Unterkante des Bettrahmens/Lattenrosts. Sinnvolle Nutzhöhe beginnt ab ca. 18 bis 20 cm.
- Lichte Breite: Innenmaß zwischen den Bettfüßen bzw. Querstreben.
- Länge: Von Kopf bis Fuß innen, abzüglich eventueller Querstreben oder Mittelstützen.
Orientierungswerte aus der Praxis:
- Minimalhöhe 18-20 cm: Flache Boxen, Vakuumbeutel, Bettkästen mit geringer Höhe.
- Ab 25 cm: Gute Höhe für Schubladen auf Rollen und stabile Unterbettkommoden.
- Ab 30 cm: Komfortable Höhe für Boxen, die sich gut greifen und beschriften lassen.
Zugänglichkeit: Von welcher Seite kommst du dran?
Plane so, dass du die Stauraumlösung wirklich nutzen kannst:
- Zugang von der Längsseite: Ideal bei freistehendem Bett, Klassiker in deutschen Schlafzimmern.
- Zugang von beiden Längsseiten: Perfekt für Paare, die getrennte Bereiche nutzen möchten.
- Zugang vom Fußende: Eher bei schmalen Räumen mit Bettkopf an der Wand sinnvoll.
- Kontinentalsbetten/Boxspringbetten: Oft sehr niedrig am Rand, Stauraum ist hier meist nur über integrierte Bettkästen sinnvoll.
Was eignet sich für die Lagerung unter dem Bett?
Nicht alles gehört unter das Bett. Bewährt haben sich:
- Wechselbettwäsche und zusätzliche Decken
- Saisonale Kleidung in Boxen oder Vakuumbeuteln
- Koffer, Rucksäcke, Sporttaschen (in flacher Ausführung)
- Handtuchvorrat, wenn im Bad kein Platz ist
- Selten genutzte Dinge wie Gästebettzeug
Weniger geeignet:
- Alles, was du täglich brauchst (Zugriff ist immer etwas aufwendiger)
- Empfindliche Papiere, Elektronik oder Dinge, die besonders trocken/staubfrei gelagert werden müssen
- Sehr schwere Gegenstände, die du häufig bewegen musst
Variante 1: Bett mit integrierten Schubladen oder Bettkasten
Ein Bett mit integriertem Stauraum ist die sauberste Lösung, besonders bei einer Neuanschaffung.
Für wen lohnt sich ein Stauraumbett?
Besonders sinnvoll ist ein Stauraumbett, wenn:
- du ohnehin ein neues Bett kaufen willst
- du ein kleines Schlafzimmer (unter 12 m2) hast
- die Längsseite des Bettes nicht direkt an einer Wand steht
- du eine aufgeräumte, geschlossene Optik bevorzugst
Typen von Stauraumbetten
Es gibt drei Hauptvarianten:
- Bett mit Schubladen
- 2 bis 4 große Schubladen an den Längsseiten
- gute Übersicht, Inhalte lassen sich segmentieren
- benötigt freien Rangierbereich vor den Schubladen (mind. 60 cm)
- Bett mit Bettkasten (Klappfunktion)
- Lattenrost wird komplett hochgeklappt (oft mit Gasdruckfedern)
- maximale Ausnutzung der Grundfläche
- ideal für Dinge, die du selten brauchst
- Schlafzimmerdecke sollte ausreichend hoch sein, damit das Hochklappen nicht stört
- Boxspringbett mit Stauraum
- Schubladen in der Box integriert oder klappbare Oberseite
- meist etwas höher, bequemes Ein- und Aussteigen
- achten auf solide Beschläge, da das Gewicht hoch ist
Wichtige Planungsdetails aus der Praxis
- Schubladentiefe: Ab ca. 60 cm sinnvoll, bei 200 cm Bettlänge oft zwei Schubladen pro Seite mit je ca. 95 cm nutzbarer Länge.
- Schienenqualität: Vollauszüge mit Tragkraft ab 25 kg sind im Alltag deutlich angenehmer als einfache Rollenführungen.
- Bodenfreiheit: Mindestens 1-2 cm Luft zwischen Schubladenunterkante und Boden lassen, damit nichts schleift, auch bei Teppich.
- Material: Korpus aus stabilen Span- oder MDF-Platten, am besten mit beschichteter Oberfläche, damit Staub sich leicht abwischen lässt.
Kostenrahmen für Stauraumbetten
Typische Preisspannen im deutschen Handel (ohne Matratze):
- Einfache Modelle 140 x 200 cm: ca. 250-450 Euro
- Solide Mittelklasse 160/180 x 200 cm: ca. 500-900 Euro
- Gute Boxspringbetten mit Stauraum: ab ca. 1.000 Euro aufwärts
Tipp: Achte beim Probeliegen im Möbelhaus nicht nur auf den Komfort, sondern öffne jede Schublade einmal komplett und prüfe, ob sie sich leicht und ohne Hakeln bewegen lässt.
Variante 2: Unterbettkommoden und Boxen - flexibel und nachrüstbar
Wenn dein bestehendes Bett ausreichend hoch ist, kannst du mit Unterbettkommoden, rollenden Boxen oder maßlich passenden Containern schnell und vergleichsweise günstig arbeiten.

Fertige Unterbettkommoden aus dem Handel
Unterbettkommoden sind flache Boxen, meist mit Rollen und Deckel:
- Materialien: Kunststoff (leicht, günstig), Holz (stabil, optisch wertiger), Metall (selten, eher im Industriebereich)
- Höhen: Typisch 15-20 cm, es gibt auch flachere Varianten ab ca. 12 cm
- Breiten/Längen: Häufig ca. 60-80 cm breit, 90-100 cm lang
Vorteile:
- leicht nachrüstbar
- einzeln herausziehbar, gut zum Putzen
- kostengünstig, oft ab 20-40 Euro pro Stück
Nachteile:
- optisch sichtbar, wenn das Bett keine Blende hat
- bei sehr niedrigem Bett oft zu hoch
- unterschiedliche Qualitäten der Rollen (bei Billigmodellen oft laut und hakelig)
Plastikboxen, Vakuumbeutel und Stoffboxen
Wenn du möglichst viel Volumen herauskitzeln willst, lohnt sich eine Kombination:
- Flache Plastikboxen mit Deckel: Gut für saisonale Kleidung, Bettwäsche, Handtücher. Deckel schützt vor Staub.
- Vakuumbeutel: Ideal für voluminöse Textilien wie Winterdecken oder Daunenjacken. Achtung bei Daunen - nicht zu stark komprimieren und nicht zu lange lagern.
- Stoffboxen: Für leichtere Dinge wie Sommerkleidung oder Dekokissen, optisch ruhiger, aber weniger stabil.
Praxis-Tipp: Miss die lichte Höhe wirklich genau. Eine Box mit 18 cm Außenhöhe passt oft nicht unter ein Bett mit 18 cm Unterkantenhöhe, weil Bodenunebenheiten und minimal durchhängende Lattenroste schnell 1-2 cm „fressen“.
Organisation: So behältst du den Überblick
Unter dem Bett verschwindet gern alles, was keinen festen Platz hat. Vermeide das mit einem klaren System:
- Maximal 2-3 unterschiedliche Boxentypen verwenden (einheitliche Maße, besser stapelbar und verschiebbar).
- Jede Box von der Seite beschriften (z.B. mit Etiketten oder Kreidestickern).
- Pro Person klare Bereiche definieren (linke Seite, rechte Seite, Fußende).
- Dinge, die du seltener brauchst, möglichst in den hinteren Bereichen lagern.
Variante 3: DIY-Schubladen und Podestbett für maximalen Stauraum
Für handwerklich etwas Versiertere bietet sich eine DIY-Lösung an. So kannst du dein Bett exakt an Raum und Bedürfnisse anpassen, besonders in sehr kleinen Schlafzimmern oder bei ungewöhnlichen Grundrissen.
Einfacher Einstieg: Schubladen auf Rollen selbst bauen
Wenn du ein stabiles Bettgestell mit ausreichend Höhe hast, kannst du passende Schubladen darunter schieben:
Grobe Schrittfolge:
- Bettunterkante und verfügbare Tiefe genau ausmessen.
- Schubladenhöhe ca. 3-4 cm niedriger planen als lichte Höhe.
- Seitenteile und Boden aus 15-18 mm beschichteter Spanplatte zuschneiden lassen (Baumarkt-Zuschnittservice nutzen).
- Vier kleine Möbelrollen pro Schublade montieren (möglichst gummiert für leisen Lauf).
- Front aus optisch passendem Material bauen (z.B. in Bettfarbe lackieren oder furnieren).
Damit sparst du gegenüber einem neuen Stauraumbett oft mehrere hundert Euro und kannst die Breite optimal nutzen.
Podestbett mit Stauraum - besonders in Einzimmerwohnungen
Ein Podestbett ist eine erhöhte Plattform, in die Schubladen, Klappen oder Regalfächer integriert werden. Diese Lösung sieht man häufig in Berliner Altbauten oder in kompakten Apartments.
Vorteile:
- Maximale Stauraumausnutzung, oft über die gesamte Raumtiefe
- Klare Zonierung im Raum (Schlafen auf dem Podest, Wohnen daneben)
- Besonders geeignet für 1-Zimmer-Wohnungen oder sehr hohe Altbauzimmer
Nachteile:
- Handwerklich anspruchsvoller und genehmigungsrechtlich bei Mietwohnungen nicht immer gewünscht (Rückbaupflicht beachten)
- Gewicht nicht unterschätzen, Statik bei Altbauten im Auge behalten
- Meist deutlich teurer als fertige Betten, wenn professionell gebaut
Richtwert: Bei einem selbst geplanten Podest musst du je nach Materialqualität und Größe mit 500-1500 Euro Materialkosten rechnen, professionelle Schreinerlösungen liegen deutlich höher.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Zu niedrige Betten oder falsche Proportionen
In der Praxis sehe ich oft Betten mit 12-15 cm Bodenfreiheit, bei denen Stauraumlösungen nie richtig funktionieren. Wenn du neu planst:
- Plane lieber 25-30 cm Unterkante über Boden, vor allem bei 160/180 cm breiten Betten.
- Teste die Einstiegshöhe: Viele finden 50-55 cm Oberkante Matratze sehr bequem.
Vergessene Reinigbarkeit
Stauraum unterm Bett ist Staubmagnet. Plane von Anfang an ein:
- Zugang für den Staubsauger oder Saugroboter (nicht alles komplett vollstellen).
- Schubladen und Boxen so dimensionieren, dass du sie zum Putzen ganz herausziehen kannst.
- Mindestens 1-2 mal im Jahr „großreinemachen“ (alles raus, wischen, neu sortieren).
Überladung und falscher Inhalt
Belaste Schubladen nicht über die empfohlene Tragkraft. Zu schwer beladene Schienen leiern aus und Korpusse verziehen sich. Lagere wirklich nur, was sinnvoll ist:
- Keine großen Bücherstapel oder schwere Werkzeuge
- Feuchtigkeitsempfindliche Dinge nur in verschließbaren Boxen
- Bei Außenwänden oder schlecht gedämmten Böden: regelmäßig prüfen, ob sich Feuchtigkeit sammelt
Praktische Beispielkonfigurationen nach Budget
Kleines Budget: Bis 150 Euro
Geeignet für Mieter und alle, die ihr bestehendes Bett behalten wollen.
- 2-4 flache Kunststoff-Unterbettboxen mit Deckel (z.B. 60 x 80 x 18 cm)
- Vakuumbeutel für Winterdecken und sperrige Textilien
- Beschriftungssystem (Etiketten, Kreidestifte)
Ergebnis: Klarer Stauraum für Bettwäsche und saisonale Kleidung, optisch vielleicht nicht perfekt, aber funktional.
Mittleres Budget: 300-800 Euro
Für alle, die ohnehin ein neues Bett planen.
- Neues Stauraumbett mit integrierten Schubladen (140/160/180 x 200 cm)
- 2-3 hochwertige Innenorganizer für Schubladen (Textilorganizer, Trenner)
- Optional: Austausch auf ruhigere Rollen oder bessere Schienen, falls mitgelieferte Qualität schwach ist
Ergebnis: Aufgeräumte Optik, Stauraum gut in den Alltag integrierbar.
Höheres Budget: Ab 800 Euro aufwärts
Für langfristige, maßgeschneiderte Lösungen.
- Qualitativ hochwertiges Stauraumbett oder Schreinerlösung mit exakt angepassten Schubladen
- Innenaufteilung genau auf deine Garderobe abgestimmt (z.B. extra Fächer für Bettdecken, Kissen, Boxen)
- Optional: Podestlösung in Einzimmerwohnungen oder Dachgeschoss
Ergebnis: Maximale Platznutzung, optisch integriert, ideal bei dauerhaftem Wohnsitz.
Podsumierung
Mit dem Raum unterm Bett kannst du viel Stauraum gewinnen, wenn du systematisch vorgehst.
- Exakt Höhe, Tiefe und Zugänglichkeit unter deinem Bett messen.
- Entscheiden, ob Neuanschaffung (Stauraumbett) oder Nachrüstung (Boxen, DIY) sinnvoller ist.
- Nur Dinge lagern, die du nicht täglich brauchst und die sich gut verpacken lassen.
- Auf Qualität der Schubladenschienen und Rollen achten, besonders bei schweren Inhalten.
- Reinigung und Zugänglichkeit gleich mitplanen, nicht alles „zupflastern“.
- Ein einheitliches Boxensystem nutzen und alles seitlich beschriften.
FAQ
Wie viel Stauraum kann ich realistisch unter einem Doppelbett gewinnen?
Unter einem 180 x 200 cm Bett mit ca. 25 cm nutzbarer Höhe kannst du grob rechnen: rund 0,9 bis 1,2 Quadratmeter zusätzlicher Stauraumfläche. In der Praxis entspricht das 2-4 großen Schubladen oder 4-6 flachen Unterbettboxen - genug für Bettwäsche, Handtücher und einen Teil der saisonalen Kleidung.
Ist Stauraum unter dem Bett unhygienisch oder schlecht fürs Raumklima?
Wenn du mit geschlossenen Boxen, regelmäßiger Reinigung und ausreichender Luftzirkulation arbeitest, ist Stauraum unter dem Bett unproblematisch. Kritisch wird es nur, wenn alles offen herumliegt und du jahrelang nicht darunter putzt. Bei sehr kalten Böden oder Außenwänden lohnt sich ein Blick auf mögliche Feuchtigkeitsbildung, dann lieber auf dichte Boxen setzen.
Was ist besser: Schubladenbett oder loser Bettkasten?
Ein integriertes Schubladenbett ist alltagstauglicher und optisch ruhiger, besonders in kleinen Schlafzimmern. Lose Bettkästen oder Boxen sind flexibler, günstiger und leicht austauschbar, dafür oft etwas hakeliger im Umgang. Wenn du Eigentum hast und langfristig planst, lohnt sich meist ein gutes Stauraumbett. In Mietwohnungen mit häufigem Umzug sind flexible Boxen praktischer.
Kann ich bei einem bestehenden Bett einfach die Beine erhöhen, um mehr Stauraum zu schaffen?
Technisch ist das möglich, aber du musst auf Stabilität achten. Höhere Bettfüße oder Zusatzklötze dürfen das Bett nicht wackelig machen. Achte besonders auf die Befestigung am Rahmen und darauf, dass die Einstiegshöhe für dich noch bequem bleibt. Oft ist es sinnvoller, das nächste Bett direkt höher zu planen, statt ein altes Konstrukt zu „aufzustocken“.
