Waschmaschine im Badezimmer: Planung, Anschlüsse und Stauraum clever gelöst
Warum die Waschmaschine ins Badezimmer gehört - und worauf du achten musst
In vielen deutschen Wohnungen konkurrieren Küche, Abstellkammer und Badezimmer als Standort für die Waschmaschine. Gerade in Stadtwohnungen liegt das Bad oft nahe am Fallrohr, hat einen Fliesenboden und einen Wasseranschluss - perfekte Voraussetzungen, wenn du ein paar Punkte beachtest.
Bevor du das Gerät ins Bad stellst, kläre immer bauliche und technische Fragen. Fehler bei Anschlüssen, Feuchteschutz oder Strom können teuer oder sogar gefährlich werden. Mit etwas Planung lässt sich selbst in einem 4-6 m² Bad eine Waschmaschine plus Stauraum sinnvoll einplanen.
Die folgenden Schritte helfen dir, das Thema systematisch anzugehen - ob du neu einziehst oder dein Bad umorganisieren willst.
- Hast du im Bad einen separaten Stromkreis mit FI-Schutzschalter? Ja/Nein
- Gibt es einen Kaltwasseranschluss in erreichbarer Nähe zum geplanten Standort? Ja/Nein
- Ist ein Abfluss (Waschbecken, Dusche, Bodenablauf) mit Gefälle anbindbar? Ja/Nein
- Ist der Boden ausreichend tragfähig und möglichst gefliest? Ja/Nein
- Gibt es eine Möglichkeit zur Belüftung (Fenster oder gute Lüftung)? Ja/Nein
- Kannst du mindestens 65-70 cm Tiefe inklusive Schlauchraum einplanen? Ja/Nein
- Stört Laufgeräusch nachts deine oder die Nachbarsruhe? Ja/Nein

Anschlüsse im Badezimmer richtig planen
Bevor du Möbel oder Verkleidungen planst, prüfe die technischen Grundlagen. Oft reicht eine kurze Abstimmung mit einem Sanitär- oder Elektroinstallateur, besonders in Mietwohnungen.
Wasseranschluss und Abfluss
Die meisten Waschmaschinen benötigen einen Kaltwasseranschluss und einen Ablauf mit ausreichendem Gefälle. Typische Varianten im Bad:
- Abzweig am Waschbecken: T-Stück am Eckventil für Kaltwasser, zusätzlicher Anschluss für den Zulaufschlauch.
- Direkter Wandanschluss: Ideal, wenn bereits ein Waschmaschinenanschluss vorbereitet ist (Kugelhahn, Siphonanschluss in der Wand).
- Anschluss an Dusche oder Badewanne: Über spezielle Adapter, aber nur als Notlösung und oft unpraktisch im Alltag.
Praktische Tipps aus der Praxis:
- Lass bei Mietwohnungen Wasseranschluss und Abzweig immer von einem Fachbetrieb machen, um Ärger mit der Hausverwaltung zu vermeiden.
- Plane genug Platz für Schlauchbögen ein, damit sie nicht geknickt werden - ideal sind ca. 5-8 cm hinter dem Gerät.
- Nutze einen AquaStop-Schlauch oder ein externes Sicherheitsventil, besonders wenn die Maschine in einem Mehrfamilienhaus steht.
Stromversorgung und Sicherheit
Eine Waschmaschine darf im Bad nicht irgendwo in die nächstbeste Steckdose gesteckt werden. Wichtig ist die Einhaltung der Sicherheitszonen nach VDE.
- Die Steckdose muss spritzwassergeschützt und möglichst außerhalb der Dusch-/Wannenbereiche liegen.
- Ein FI-Schutzschalter (RCD) ist Pflicht in modernen Installationen - in Altbauten oft nachrüsten lassen.
- Benutze keine Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungskabel für die Waschmaschine.
Im Zweifel: Elektrofachbetrieb hinzuziehen. Gerade bei Bädern in Altbauten lohnt sich die Prüfung, auch im Hinblick auf Versicherungen bei Wasserschäden oder Kurzschluss.
Der beste Standort im Bad - typische Lösungen
Die meisten Badezimmer in Deutschland liegen zwischen 4 und 8 m². Ideal ist, wenn du die Waschmaschine so stellst, dass sie den Bewegungsraum nicht blockiert und Wasser im Schadensfall nicht unkontrolliert in die Wohnung läuft.
1. Unter der Arbeitsplatte neben dem Waschbecken
Sehr beliebt ist die Kombination aus Waschbecken, Arbeitsplatte und darunter integrierter Waschmaschine. Das funktioniert vor allem bei Standardfrontladern (60 cm Breite).
So gehst du vor:
- Maße aufnehmen: Gerätemaße plus 1-2 cm Luft an den Seiten.
- Arbeitsplattenhöhe planen: Meist 90 cm Oberkante; Frontlader sind ca. 84-85 cm hoch. Rest für Platte und ggf. Entkopplungsmatte nutzen.
- Zugang sichern: Maschine muss nach vorne komplett herausziehbar bleiben (Service, Austausch).
Vorteile:
- Zusätzliche Ablagefläche im Bad.
- Gerät optisch integriert, weniger „techniklastiger“ Eindruck.
- Möglichkeit, daneben noch Auszüge oder Schränke einzuplanen.
Nachteile:
- Exakte Planung der Höhen notwendig.
- Arbeitsplatte muss schwingungsfest montiert werden.
- Bei Defekt schwieriger auszubauen, wenn zu knapp geplant.
2. In einer Nische oder im Eck
Viele Bäder haben ungenutzte Ecken oder kleine Nischen zwischen Wanne und Wand. Diese eignen sich gut für eine Waschmaschine, oft mit einfacher Verkleidung davor.
Darauf solltest du achten:
- Mindestens 60 cm Breite plus 1-2 cm Toleranz einplanen.
- Vibration: In engen Nischen passiert es schnell, dass die Maschine gegen die Wand schlägt. Gummifüße oder Anti-Vibrationsmatte helfen.
- Luftzirkulation oben und hinten nicht komplett blockieren.
3. Übereinander: Waschmaschine und Trockner im Bad
Wenn du zusätzlich einen Trockner stellst, ist die Turmlösung (Stapelung) ideal, gerade im kleinen Bad.
- Nutze ein Stapelkit mit Sicherung, niemals nur „einfach draufstellen“.
- Gesamthöhe prüfen: Turm kommt auf 165-180 cm. Achte auf erreichbare Bedienfelder.
- Bei Kondensations- oder Wärmepumpentrocknern an ausreichende Belüftung denken.
Stapel-Lösungen funktionieren besonders gut in schmalen Bädern, wenn du sie an einer kurzen Wand platzierst und mit einem hohen Schrank oder Vorhang kaschierst.

Waschmaschine optisch integrieren: Verkleidung, Stauraum, Ordnung
Technisch passt oft vieles, aber optisch stört das Gerät viele. Mit ein paar Möbeltricks wird aus der „Waschecke“ ein gut nutzbarer Funktionsbereich.
Unterbau mit Vorhang, Tür oder Front
Drei einfache Varianten, die sich in Mietwohnungen bewährt haben:
- Textilvorhang: Günstig, flexibel, ideal bei begrenztem Budget.
- Oben eine Vorhangschiene oder Spannstange montieren.
- Waschbare Stoffe wählen (z. B. Baumwolle, Polyester-Mischung).
- Leicht höher hängen, damit der Vorhang nicht am Boden zieht.
- Leichte Schiebtüren: Zum Beispiel aus Leichtbauplatten oder Möbeltüren.
- Oben eine Schiebe- oder Führungsschiene anbringen.
- Seitenwände aus Küchen- oder Badmöbelprogrammen nutzen.
- Front mit Klappe oder Doppeltür: Eher im Rahmen einer Badrenovierung sinnvoll.
- Ausreichend Lüftungsschlitze einplanen.
- Türanschlag so wählen, dass die Waschmaschinentür komplett geöffnet werden kann.
Stauraum über der Maschine intelligent nutzen
Der Bereich oberhalb der Waschmaschine ist Stauraum-Gold wert. Statt nur ein Regalbrett anzubringen, plane lieber ein durchdachtes System.
Bewährte Lösungen:
- 60er Oberschränke (Küche): Passen oft perfekt über Standardmaschinen.
- Türfronten vermeiden Staub und optisches Chaos.
- Ideal für Waschmittel, Handtücher, Putzmittel (Kindersicherheit beachten).
- Offene Regale mit Boxen: Flexibler und günstiger.
- Gleiche Boxen oder Körbe nutzen, um Unruhe zu vermeiden.
- Körbe beschriften: „Handtücher“, „Waschmittel“, „Putzlappen“.
- Schmaler Hochschrank daneben: Für Wäschekörbe, Bügelbrett, Wäscheständer.
Achte darauf, dass der Bereich oberhalb der Maschine bei eventueller Wartung noch zugänglich bleibt. Keine fest verschraubten Konstruktionen, die das Herausziehen unmöglich machen.
Schallschutz, Vibration und Nachbarn: so bleibt es entspannt
Besonders in Mietshäusern mit dünnen Wänden sind Waschmaschinen oft Konfliktthema. Mit etwas Technik und angepassten Nutzungszeiten kannst du Ärger gut vermeiden.
Schwingungen reduzieren
- Anti-Vibrationsmatte oder schwere Gummimatte unterlegen.
- Maschine exakt waagerecht ausrichten (Wasserwaage nutzen, Füße einzeln justieren).
- Keine Berührungspunkte zwischen Maschine und Möbel/Verkleidung zulassen.
Teste einen Probewaschgang im Schleudern und kontrolliere, ob irgendwo Klappergeräusche entstehen. Diese Stellen mit Filzgleitern oder Moosgummi entkoppeln.
Nutzungszeiten und Lautstärke
- Nachtruhe beachten (in vielen Hausordnungen 22-7 Uhr).
- Bei sehr hellhörigen Häusern Schleudergänge eher tagsüber legen.
- Wenn möglich ein Gerät mit leiser Schleuderlautstärke wählen (unter 72 dB ist ein guter Wert).
Besonderheiten in Mietwohnungen und Altbauten
Wenn du zur Miete wohnst oder in einem Altbau lebst, gelten ein paar zusätzliche Regeln.
Abstimmung mit Vermieter oder Verwaltung
- Bei vorhandenen Anschlüssen im Bad ist die Nutzung meist unproblematisch.
- Bei neuen Wasser- oder Abflussleitungen immer Genehmigung einholen.
- Permanente Umbauten (z. B. Durchbrüche, Fliesenänderungen) vertraglich klären.
Im Zweifel kurz schriftlich (E-Mail) anfragen und Zusagen aufbewahren. Das hilft später bei Auszug oder Schäden.
Altbau-Themen: Boden, Feuchte, Elektrik
- Böden in Altbauten sind manchmal nicht 100 Prozent eben - Ausgleich mit Gummikeilen möglich.
- Elektrik prüfen lassen, ob sie für Waschmaschinenlast ausgelegt ist.
- Bei fehlenden Fliesen unbedingt eine wasserdichte Unterlage (z. B. Wanne oder Wannenmatte) unter die Maschine legen.
Toplader im kleinen Bad: Spezialfall mit Vorteilen
Toplader sind in Deutschland weniger verbreitet, können aber gerade im kleinen Bad sinnvoll sein.
Wann ein Toplader sinnvoll ist:
- Wenn du nur 40-45 cm Breite zur Verfügung hast.
- Wenn du direkt davor genug Platz zum Stehen hast.
- Wenn kein Platz zum seitlichen Türöffnen ist.
Planungstipps für Toplader:
- Keine festen Ablagen direkt über der Maschine, sonst kannst du den Deckel nicht öffnen.
- Seitlicher Stauraum mit hohen, schmalen Regalen nutzen.
- Für die Oberseite einfach einen los aufgelegten Deckel nutzen, den du bei Bedarf abnehmen kannst (z. B. leichtes Brett mit Griff).
Podsumowanie
Kurze Checkliste, bevor du die Waschmaschine im Bad endgültig platzierst:
- Stimmt der Stromanschluss (eigener Stromkreis, FI-Schutz, keine Verlängerung)?
- Sind Wasseranschluss und Abfluss fachgerecht lösbar und genehmigt?
- Hast du mindestens 65-70 cm Tiefe inklusive Schlauchspiel?
- Ist der Boden tragfähig und spritzwasserfest (am besten Fliesen)?
- Ist die Maschine mit Matte und Ausrichtung gegen Vibration gesichert?
- Hast du Stauraum über oder neben der Maschine sinnvoll geplant?
- Passt der Standort zu Hausordnung und Nachtruhe (Lautstärke)?
FAQ
Darf ich in einer Mietwohnung einfach eine Waschmaschine im Bad aufstellen?
Bei bereits vorhandenen Anschlüssen im Bad ist das in der Regel erlaubt. Wenn neue Wasser- oder Abflussleitungen installiert werden müssen, solltest du unbedingt vorher die Genehmigung des Vermieters einholen. Umbauten immer von Fachbetrieben ausführen lassen, damit es bei Schäden keinen Ärger mit der Versicherung gibt.
Was mache ich, wenn es im Bad keinen separaten Waschmaschinenanschluss gibt?
Häufig wird ein Abzweig am Kaltwasser-Eckventil unter dem Waschbecken gesetzt und der Abfluss über den Siphon gelöst. Technisch ist das meist machbar, sollte aber von einem Installateur geplant werden. Provisorien über Dusche oder Wanne sind nur als Übergangslösung sinnvoll und oft im Alltag unpraktisch.
Wie verhindere ich Wasserschäden im Bad durch die Waschmaschine?
Wichtige Maßnahmen sind: AquaStop-Schlauch oder Sicherheitsventil verwenden, eine dichte Unterlegwanne oder Matte nutzen, Schläuche regelmäßig auf Risse prüfen und die Maschine korrekt anschließen lassen. Lasse die Maschine nach Möglichkeit nicht unbeaufsichtigt nachts laufen, vor allem in älteren Häusern.
Welche Art von Waschmaschine ist für ein kleines Bad besser - Toplader oder Frontlader?
Für sehr schmale Bäder mit wenig Breite kann ein Toplader sinnvoll sein, weil er nur rund 40-45 cm breit ist. Wenn du den Platz in der Tiefe und an der Seite hast, ist ein Frontlader oft flexibler, weil du darüber Arbeitsplatten oder Schränke montieren kannst. Entscheidend sind deine Grundrisssituation und wie viel Stauraum du über der Maschine schaffen willst.
